Geschichte des Kunstmuseums Wolfsburg

Das Kunstmuseum Wolfsburg wurde 1994 mit einer Retrospektive des französischen Künstlers Fernand Léger eröffnet. Seither wurden 130 Ausstellungen zur modernen und zeitgenössischen Kunst präsentiert. Gründungsdirektor des Hauses war Gijs van Tuyl, der bis 2004 amtierte. Ihm folgte 2006 bis 2014 Markus Brüderlin. Seit Februar 2015 ist  Ralf Beil Direktor des Hauses.

In den über 20 Jahren zeigte das Haus große Werkschauen aus dem Bereich der klassischen Moderne, etwa von Fernand Léger, Bart van der Leck oder Alberto Giacometti, viel beachtete Überblicksschauen, wie z.B. „Full House“, „German Open“, „Die Italienische Metamorphose 1943 – 1968“ oder „Blast to Freeze“. Monografische Ausstellungen, u.a. von Carl Andre, Andy Warhol, Luc Tuymans, von Olafur Eliasson, Frank Stella, James Turrell oder Imi Knoebel runden das Bild ab. Mit dem Direktorenwechsel 2006 setzte das Programm inhaltliche Schwerpunkte, die in großangelegten historischen und thematischen Ausstellungen (u.a. „ArchiSkulptur“, „Japan und der Westen“, „Interieur/Exterieur“, „Die Kunst der Entschleunigung“, „Kunst & Textil“) sowie in umfassenden Mid-Career-Retrospektiven (u.a. von Douglas Gordon, Neo Rauch, Philip Taaffe) das Thema der Moderne im 21. Jahrhundert aufgriffen und von verschiedenen Standpunkten beleuchteten. Mit „Wolfsburg Unlimited. Eine Stadt als Weltlabor“ zeigt Ralf Beil seine erste große Ausstellung, in der er die Stadt im Museum – und das Museum in der Stadt spiegelt.

Trägerschaft

Das Kunstmuseum Wolfsburg ist ein privates Museum in rechtlicher Trägerschaft der gemeinnützigen Kunststiftung Volkswagen. Mit einer Anschubfinanzierung von Volkswagen, der Stadt Wolfsburg und mit privaten Spenden konnte das Projekt begonnen werden. Der anschließende Bau sowie der laufende Unterhalt wurden und werden von der Kunststiftung Volkswagen getragen. Diese erhält einen Großteil ihrer Mittel aus der Stiftung des Ehepaares Asta und Christian Holler, den Gründern des Volkswagen-Versicherungsdienstes VVD. In den letzten Jahren hat das Kunstmuseum auch von der Volkswagen Financial Services AG projektbezogene Unterstützungen erhalten.

Die Sammlung

Seit 1994 sammelt das Kunstmuseum Wolfsburg internationale zeitgenössische Kunst. Mit Schlüsselwerken der Spätmoderne rund um Minimal Art, Conceptual Art und Arte Povera wurde eine solide Basis gelegt. Jüngere Positionen schließen sich an. Dabei ging und geht es nicht um den Aufbau einer breiten kunsthistorischen Sammlung, sondern um eine profilierte. Schlüsselwerke, Werkgruppen, Werkphasen sowie die beispielhafte Präsentation künstlerischer Entwicklungen stehen dabei im Vordergrund. Es entsteht keine Dokumentation sogenannter Strömungen, sondern eine Fokussierung auf Positionen und Werke, die stellvertretend für wichtige Aspekte der Gegenwartskunst stehen. Die Sammlung umfasst derzeit rund 400 Werke oder Werkgruppen.

Die Künstler der Sammlung (Auswahl)

Carl Andre, John M Armleder, Christian Boltanski, Helmut Federle, Gilbert & George, Douglas Gordon, Andreas Gursky, Damien Hirst, Anselm Kiefer, Gerhard Merz, Mario Merz, Bruce Nauman, Panamarenko, Julius Popp, Neo Rauch, Cindy Sherman und Jeff Wall.