Informationen

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Nord- und Südkorea sind seit rund 67 Jahren durch einen vier Kilometer breiten und 248 Kilometer langen Streifen getrennt, die Demilitarized Zone (DMZ). Sie ist nicht nur eine der bestgesichertsten Grenzen der Welt, sondern markiert auch auf einzigartige Weise eine ideologische, kulturelle und nicht zuletzt auch psychologische Trennung zwischen den beiden koreanischen Nationen. Während die territoriale Grenze weithin sichtbar ist, sind die mentalen Brüche nahezu unsichtbar: kaum zu beschreiben, aber zu spüren. 2011 wurde das Forschungsprojekt Real DMZ begonnen, um mit den Mitteln der zeitgenössischen Kunst die verschiedenen Themen von Grenzen und Trennungen zu verhandeln und Szenarien für eine mögliche gemeinsame Zukunft zu entwickeln. Nach ersten Stationen in London und Paris ist das Real DMZ Project ab dem 5. Dezember 2020 im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen.

Im Jahr des 30. Jubiläums der friedlichen deutschen Wiedervereinigung und in geografischer Nähe der ehemaligen innerdeutschen Grenze erscheint die Ausstellung zeitlich wie topografisch besonders passend. Nordkorea, die demilitarisierte Zone und die Aussicht auf eine mögliche gemeinsame Zukunft: Anhand dieser drei Themenkomplexe  werden Kunstwerke sowohl von koreanischen als auch von nicht-koreanischen Künstler*innen aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Fotografie und Video präsentiert, die sich mit der politisch so komplexen Situation auseinandersetzen und faszinierende Einblicke auf die sichtbaren und unsichtbaren Grenzen bieten.

In Nordkorea aufgenommene Fotografien offenbaren die psychologische Distanz sowie geradezu surreal wirkende Alltagszenen. Omnipräsente Überwachung und Fantasien über den südlichen Bruderstaat spielen in den Kunstwerken ebenso eine Rolle wie Massenveranstaltungen zur Huldigung der politischen Führung. Die DMZ selbst wird in verschiedenen Kunstwerken auf ihren trennenden bis angsteinflößenden Charakter untersucht. Einerseits ist sie absolute Verbotszone, anderseits touristischer Anziehungspunkt und Rückzugsgebiet für die Natur. Stereotypen werden ebenso hinterfragt wie Trennungen und Wiederbegegnungen thematisiert. In dem dritten Kapitel der Ausstellung kreisen die künstlerischen Positionen schließlich um die Aussicht auf eine friedliche Wiedervereinigung und das Zusammenleben von Nord- und Südkorea.

Künstler*innen:
Park Chan-kyong, Minouk Lim, NOH Suntag, Seung Woo Back, Jane Jin Kaisen, Kyungah Ham, Yeondoo Jung, Aernout Mik, Heinkuhn OH, Tomoko Yoneda, Mischa Leinkauf, Min Joung-Ki, Kim Jung Heun, Dongsei Kim und Lee Bul

Kuratorinnen:
Sungjung Kim and Serene Pac

Veranstaltet von
Kunstmuseum Wolfsburg und der Korean Foundation for International Cultural Exchange

Organisiert von
Kunstmuseum Wolfsburg, Koreanischen Kulturzentrum und Real DMZ Project

Unterstützt von
Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus und Koreanischen Kulturzentrum

Mit großzügiger Förderung durch
Koreanisches Kulturzentrum (Kulturabteilung der Botschaft der Republik Korea)

 

Bildunterschrift:

Heinkuhn OH, A soldier standing on the water, July 2011, 2011, Archival Pigment Print, 126 × 99cm, © Heinkuhn OH

Partner

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Real DMZ Project
Koreanisches Kulturzentrum