Mit der Ausstellung „Full House – Junge Britische Kunst“ hat das Kunstmuseum Wolfsburg im Jahr 1996 erstmals ausführlich die junge Künstlergeneration eines Landes vorgestellt, die zu dieser Zeit das Interesse der internationalen Kunstwelt auf sich zog. Im Jahr 1997 folgte die Ausstellung „Sunshine & Noir – Kunst in Los Angeles 1960–1997“, die unter Einbeziehung historischer Positionen ebenfalls aktuelle Strömungen in der Gegenwartskunst präsentierte. In Anlehnung an diese beiden vorangegangenen Projekte entstand die Idee, auch der Kunstszene in Deutschland mit ihren nach der Wiedervereinigung neu entstandenen Zentren verstärkt Aufmerksamkeit zu widmen.

Die Kuratoren der Ausstellung haben im Vorfeld weit mehr als 100 Ateliers in der Bundesrepublik besucht und nach intensiver Recherche und ausführlichen Diskussionen die Präsentation entwickelt. Einige der in der Ausstellung vertretenen KünstlerInnen wurden schon in Einzel- oder Gruppenausstellungen einem breiteren Publikum vorgestellt, andere wiederum stehen unmittelbar am Anfang ihrer künstlerischen Entwicklung.

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Die Wolfsburger Ausstellung „German Open“ stellt mit 37 ausgewählten Positionen ein umfassendes Spektrum der aktuellen, äußerst vielfältigen Kunstpraxis in Deutschland vor.

Diese künstlerischen Hinterlassenschaften, die die heutige Generation prägen, stammen vor allem aus den 60er- und 70er-Jahren, mit Happening, Concept Art, Performance, Installation und Videoexperiment. Auch die Arbeiten von Andy Warhol, Bruce Nauman, Dan Graham und Nan Goldin haben auf sie bedeutenden Einfluss ausgeübt.

Viele der Arbeiten reflektieren direkt die konkreten Erfahrungen des alltäglichen Lebens, die Freizeitkultur mit ihrer ausgeprägten Musikszene, Onlinekommunikation und Internet , das Nebeneinander kultureller und sozialer Szenarien sowie die visuellen Bildwelten von Film, Fernsehen und Werbung. So sind es häufig Eindrücke und visuelle Muster der Alltagskultur, die die Themen für die Arbeiten liefern. Auch wenn sich hier eine Gemeinsamkeit in der künstlerischen Produktion andeutet und viele der beteiligten KünstlerInnen untereinander durch Freundschaften und gemeinsame Projekte verbunden sind, ist jede Position für sich einzigartig und unverwechselbar.

Die Wolfsburger Ausstellung wird die unterschiedlichen künstlerischen Interessen aufzeigen und damit die ‚ Polydimensionalität‘ der aktuellen Kunstpraxis verdeutlichen. Der vielfältige Erfahrungshintergrund wirkt sich auch auf die Wahl der künstlerischen Ausdrucksmittel aus: Malerei, Fotografie, Film oder Video werden in den Projekten miteinander kombiniert oder auch als Einzelmedium eingesetzt.

Künstler: Franz Ackermann, Kai Althoff, John Bock, Simone Böhm, Cosima von Bonin, Marc Brandenburg, Matti Braun, Sunah Choi, Peter Dittmer, Olafur Eliasson, Stefan Exler, Christian Flamm, Peter Friedl, Alexander Györfi, Elmar Hess, Stefan Hoderlein, Christian Hoischen, Christian Jankowski, Stefan Kern, Andree Korpys/Markus Löffler, Michel Majerus, Maix Mayer, Jonathan Meese, Max Mohr, Manfred Pernice, Daniel Pflumm, Peter Pommerer, Neo Rauch, Tobias Rehberger, Reinigungsgesellschaft, Daniel Richter, Gregor Schneider, Tilo Schulz, Heidi Specker, Silke Wagner, Johannes Wohnseifer, Joseph Zehrer

Katalog
German Open. Gegenwartskunst in Deutschland/Contemporary Art in Germany
Text von Andrea Brodbeck und Veit Görner (dt./engl.)
20 x 25 cm, 312 S., 60 s/w und 346 farbige Abb.
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2000
ISBN 3-7757-0904-5
vergriffen