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„Wer bin Ich? Wie sehen mich andere? Wer will ich sein?“ Diese existenziellen Fragen zum Thema Identität werden in der modernen und zeitgenössischen Kunst seit jeher verhandelt. Um kunstbegeisterte Jugendliche aus Wolfsburg und Braunschweig im Alter von 14 bis 17 Jahren in ihrem Prozess der Selbstfindung durch die Kunst zu unterstützen, realisiert das Kunstmuseum Wolfsburg das partizipative Ausstellungsprojekt Inside – Out. Konstruktionen des Ichs, in dem Mitarbeiterinnen und Jugendliche gemeinschaftlich ein kuratorisches Konzept erarbeiten.

Gerade während des Erwachsenwerdens gewinnt die Frage nach der eigenen Identität an besonderer Bedeutung: Die Transformation des Körpers, die erwachende Sexualität, sich herausbildende gesellschaftliche Aufgaben und Zuschreibungen führen erstmals zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema Identität. Bei der Suche nach dem Selbst werden Jugendliche mit einer Flut an Identifikationsangeboten aus der realen und digitalen Umwelt konfrontiert, die sie individuell mit gesellschaftlichen Normen in Einklang bringen müssen. Im Rahmen des Wolfsburger Ausstellungsprojekts bietet die Kunst den jungen Erwachsenen die Möglichkeit, gesellschaftliche Rollen und stereotype Identitätsmuster zu hinterfragen. Aus einer Zusammenstellung von über 200 Werken wählten sie künstlerische Positionen nach eigenen Themen- und Fragenschwerpunkten aus und näherten sich im gemeinsamen Austausch dem Begriff der Identität an. Dabei kristallisierten sich Aspekte der sexuellen Selbstbestimmung, Schönheitsideale, Selbstinszenierung, Abgrenzung, Krisen und Konflikte für die Jugendlichen als thematisch  besonders relevant heraus. Die Ausstellungsexponate beleuchten diese Themen exemplarisch: Angefangen bei Harry Hachmeister, der in den Selbstporträts seiner fortlaufenden Serie Grit, wir kriegen dich Fragen der gesellschaftlichen Genderzuschreibungen und persönliche Geschlechtsidentität verhandelt, bis hin zu Richard Billingham, der das Thema der sozialen Verortung aufgreift, indem er das prekäre Herkunftsmilieu seiner eigenen Familie untersucht. Sylvie Fleurys Zusammenstellung von Einkaufstaschen aus Edelboutiquen erörtert die Frage nach sozialen Statussymbolen und Zugehörigkeiten in unsere Konsumgesellschaft, während Mário Macilau in seiner Serie Moments of Transition einen Einblick in das Identitäts- und Kulturverständnis junger Menschen aus Mosambik gibt. Cao Fei widmet sich in den Arbeiten My Future Is Not A Dream dem Wunsch nach Selbstverwirklichung chinesischer Arbeiter*innen in ihrem anonymen und technisierten Industrieumfeld.

Die Ausstellung wird von einer Publikation begleitet, die einen vertiefenden Einblick in die Werkauswahl und das kuratorische Konzept sowie die Projektidee und - gestaltung bietet.

Künstler*innen:
Nevin Aladağ, Richard Billingham, Daniele Buetti, Daniela Comani, Cao Fei, Sylvie Fleury, Birgit Dieker, Harry Hachmeister, Isabell Heimerdinger, Johannes Kahrs, Mário Macilau, Signe Pierce, Richard Prince, Ulrike Rosenbach u. a.

Konzeption und Realisation:
Elena Engelbrechter, Birte Hinrichsen, Nathalie Stelmach in Zusammenarbeit mit Veronique D., Lilith G., Senta G., Lilli H., Emilia K., Katharina K., Alistair M., Noemy M., Aurelia N., Nòra P., Karen S., Agatha S.

 

Bildunterschrift: Harry Hachmeister, o.T. #3, aus der Serie „Grit wir kriegen Dich“, 2005, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

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