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Die Ausstellung

Erdöl ist spätestens seit der Mitte des 20. Jahrhunderts die Schlüsselsubstanz moderner Gesellschaften. Die potenzierte Mobilität zu Lande, zu Wasser und in der Luft ist ohne Benzin, Diesel und Kerosin nicht denkbar. Die gesamte Stoff- und Produktpalette des modern way of life von Acryl und Asphalt bis hin zu Waschmitteln und Zahnbürste basiert auf Erdöl als Grundsubstanz. Das Material greift massiv in die Ökosysteme unserer Erde ein und gelangt durch Derivate wie Kunstdünger, Medikamente und Mikroplastik mittlerweile in jeden Organismus. Dennoch wird die intime Verknüpfung des fossilen Energieträgers mit allen praktischen Bereichen und abstrakten Grundprinzipien des Lebens nur langsam entdeckt. Allzu lange haben wirtschaftliche wie politische Grabenkämpfe den Blick auf die wahre Macht des Erdöls verstellt.

Die Ausstellung OIL. Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters verfolgt das Ziel, Erdöl jenseits eingefahrener Positionen und ideologischer Frontlinien zu präsentieren. Öl befeuert nicht nur die Maschinen, sondern auch die Phantasien. Wissenschaftliche und technische sowie metaphysische und spirituelle Vorstellungen und Erwartungen verbinden sich mit diesem schillernden Material – einem schwarzen Spiegel unserer Zeitläufte. „OiI“ blickt dezidiert in diesen ebenso faszinierenden wie erschreckenden Spiegel, um den mannigfachen Bedeutungen des Materials Erdöls näherzukommen und macht mit einem Ausstellungsparcours besonderer Art und eigens für die Schau entwickelten Installationen die vielen Spielarten dieser Schlüsselsubstanz sinnlich erfahrbar.

Die Künstler*innen

Carla Accardi, Atelier van Lieshout (Joep van Lieshout), Claus Bergen, Bernardo Bertolucci, Ursula Biemann, Mark Boulos, Bureau d'Etudes, Edward Burtynsky, Gayle Chong Kwan, Tony Cragg, Mark Dion, Rena Effendi, William Eggleston, John Gerrard, Richard Gessner, Alba Giuppone, Jean-Luc Godard, Claus Goedicke, Tue Greenfort, Carl Grossberg, Monika Grzymala, Haus-Rucker-Co, Romuald Hazoumè, John Heartfield, Mishka Henner, Werner Herzog, Alfredo Jaar, Brian Jungen, Gustav Klucis, Tetsumi Kudo, El Lissitzky, Mark Lombardi, Rémy Markowitsch, Wolfgang Mattheuer, Steve McCurry, Josephine Meckseper, Kay Michalak, Richard Misrach, Friedrich Wilhelm Murnau, Maha Mustafa, Gabriel Orozco, Damian Ortega, George Osodi, Robert Rauschenberg, Alain Resnais, Oliver Ressler, Mika Rottenberg, Ed Ruscha, Tita Salina, Hasan Seyidbeyli, Robert Smithson, Thomas Struth, Vivan Sundaram, Tato (Guglielmo Sansoni), Sven Völker, Heinrich Vogeler, Wolf Vostell, Entang Wiharso, Richard Wilson u. a. m.

Oil. Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters ist nach „Kunstmuseum Wolfsburg. The Collection“ im Frühjahr/Sommer 2019 die zweite Hauptausstellung des Jubiläumsprogramms 25 Jahre Kunstmuseum Wolfsburg.

Kuratoren: Ralf Beil (Kunstmuseum Wolfsburg), Alexander Klose (Berlin) und Benjamin Steininger (Wien)