Das Kunstmuseum Wolfsburg hat sich in den acht Jahren seines Bestehens in Einzelausstellungen immer wieder Persönlichkeiten gewidmet, deren Schaffen von großer Wirkungskraft für die jungen zeitgenössischen Künstler ist. Zu diesem Personenkreis gehört zweifellos der 1949 in der Panamakanal-Zone geborene Amerikaner Richard Prince, der seit dem Ende der Siebzigerjahre zu einem der einflussreichsten Künstler dieser Generation gehört.

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Von seinem breit angelegten Werk in Fotografien, Gemälden, Objekten, Zeichnungen und literarischen Fiktionen, die sich motivisch aus den kollektiven trivialen Mythen der westlichen, insbesondere der amerikanischen Alltagskultur bedienen, erlangten vor allem seine fotografischen Adaptionen bekannter Werbebilder wie etwa die „Cowboys“ oder die Fotoserie der „Girlfriends“ aus Motorradmagazinen Bekanntheit. Die Besonderheit seiner Arbeitspraxis liegt in der Idee der sogenannten „Refotografien“, auf Fotos, die von bereits publizierten Abbildungen in Printmedien unterschiedlichster Art zumeist in Serien angefertigt wurden. Prince beschreibt seine Annäherung an die Fotografie wie folgt:

„Als ich zum ersten Mal ein Foto refotografierte, wollte ich einfach das ursprüngliche Bild natürlicher machen als es das Foto war. Vorher hatte ich mit Collagen gearbeitet. Der Unterschied zwischen dem Refotografieren von Bildern und den Collagen war, dass die refotografierten Bilder aus der Zeitschrift herausgerissen und an einem anderen Ort platziert wurden. Da ich eine Qualität des Fotos erreichen wollte, die dem ursprünglichen Bild ähnlicher war, hatte ich mich entschlossen, es auf dieselbe Art nochmals zu bearbeiten. Damals habe ich nichts über Fotografie gewusst. Deshalb hatte ich diese Freiheit. Ich glaube, ein wirklicher Fotograf würde nie auf eine solche Idee kommen. Ich aber verstand mich nicht als Fotograf, sondern als Künstler.“

Katalog
Richard Prince. Paintings. Photographs [zweibändiges Künstlerbuch mit Textheft]
Hrsg. von Bernhard Mendes Bürgi, Beatrix Ruf und Gijs van Tuyl. Text von Bruce Hainley. (dt./engl.)
23 x 33 cm, 178, 189, 30 S., 56 s/w und 309 farbige Abb.
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2002
ISBN 3-7757-9111-6
vergriffen