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Ryōji Ikeda (*1966 in Gifu, Japan; lebt und arbeitet in Paris und Kyōto) gehört weltweit zu den bedeutendsten Sound- und Medienkünstlern. Seine oft großformatigen Licht- und Klanginstallationen haben international schon vielfach für Furore gesorgt (u.a. 2018 Centre Pompidou, Paris; 2018 Eye Filmmuseum, Amsterdam; 2015 ZKM Karlsruhe; 2014/15 Minsheng Art Museum, Shanghai). Ikedas Werke machen digitale Universen visuell und akustisch erlebbar und reflektieren die fortschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft. Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt mit der Ausstellung erstmals gemeinsam zwei neue großformatige Projektionen, die eigens für das Museum eingerichtet werden: data-verse 1 (aktuell zu sehen auf der Biennale in Venedig) und data-verse 2.

Ryōji Ikeda geht es in seinen Werken darum, „die Welt bis ins kleinste Detail hinein zu erfassen“ (R. I. 2008). Seine Licht- und Klanginstallationen haben ihre Ursprünge in der Mathematik, Physik und Biologie, aber auch der Musikwissenschaft und Philosophie. Ikeda gelingt es, die abstrakten Datenmengen und Rechenleistungen, mit denen wir es tagtäglich zu tun haben, begreifbar zu machen. Er lässt die Betrachter*innen in digitale Universen eintauchen, die zwischen kleinsten messbaren Einheiten, also Bits und Bytes, und kosmischen Dimensionen oszillieren – sie erwecken den Eindruck, als befände man sich mit den Datenströmen auf einer Reise durchs All.

Neben seinen installativen Arbeiten beschäftigte sich Ikeda ebenfalls mit Live-Performances, Büchern und CDs wie +/- (1996), 0°C (1998), Matrix (2000), dataplex (2005), Testpattern (2008), Supercodex (2013) und Music for Percussion (2018), die mit ihren messerscharfen Techniken und Ästhetiken den Weg für eine neue minimalistische Welt der elektronischen Musik bereiteten.

Bei seinen Installationen ist zum einen die umgebende Architektur entscheidend, die bei der Einrichtung der Installationen berücksichtigt wird. Zum anderen sind die Besucher*innen der Ausstellung aufgefordert, sich im Raum zu bewegen, um die eigene Wahrnehmung zu überprüfen und das Verhältnis von Raum und Zeit auszuloten. Die den Installationen unterlegten pulsierenden Sounds reichen in ihrem Spektrum von kaum hörbaren Sinustönen bis hin zu dumpfen, physisch erfahrbaren Bassklängen. Die neueste 4K-Projektionstechnologie trägt mit dazu bei, die Ausstellung zu einem faszinierenden synästhetischen Gesamterlebnis werden zu lassen. 

Die Produktion von data-verse 1 und data-verse 2 wurde großzügig gefördert von Audemars Piguet.

Kurator: Andreas Beitin

www.ryojiikeda.com

 

www.codexedition.com

Bild: Ryōji Ikeda, data-verse 1, 2019, Installationsansicht Venedig Biennale 2019
DCI-4K DLP projector, computer, speakers, dimensions variable (or W12.29 x H6.5m)
concept, composition: Ryōji Ikeda
computer graphics, programming: Norimichi Hirakawa, Tomonaga Tokuyama, Satoshi Hama, Ryo Shiraki
Produced by Audemars Piguet
With special thanks to The Vinyl Factory
© Courtesy of the Artist and Audemars Piguet, Photo: Julien Gremaud