Schützenfest in Wolfsburg: Dass das Jahr 1968 ohne ihn stattfand, hatte Robert Lebeck in seinen „Erinnerungen eines Fotoreporters“ behauptet. Und tatsächlich zeigt die Fotografie der uniformierten Bierseligkeit im Festzelt eine untypische Sicht auf das Jahr der Studentenrevolte – und ist deshalb vielleicht umso wahrhaftiger.

Zwei Tage hatte Lebeck im Zuge des 30-Jährigen Stadtjubiläums in der Volkswagenstadt verbracht, um Motive für die geplante Reportage „Wehe, wenn der Käfer stirbt“ zu finden. Während der Text einer einzigen Unmutsäußerung über die so saubere Stadt aus der Retorte und die vermeintliche Trübsal des Wolfsburger Alltags gleicht, sind Lebecks Bilder vielfältiger. Ob Hochzeit, Produktionsprozess des Käfers im Werk oder moderne Architektur, ob die Eröffnung einer Kunstausstellung, Jugendprotest, Getümmel im VW-Bad – Lebeck scheint an diesen beiden Tagen überall in der dann doch nicht so ganz tristen Stadt gewesen zu sein.

Die Führung für Senior*innen bietet Gelegenheit, sich mit anderen Zeitzeugen von 1968 auszutauschen.

Führung 3 € zzgl. Eintritt