Neo Rauch

Regel

2000
Rauch Regel B1920pix 72dpi

© courtesy Galerie EIGEN+ART Leipzig/Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Foto: Uwe Walter

© courtesy Galerie EIGEN+ART Leipzig/Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Foto: Uwe Walter

Öl auf Papier
Durchmesser: 300 cm
Inv. 2001/06

Kurzbeschreibung

Zu den herausragenden Qualitäten des Œuvres von Neo Rauch gehören die zeitlichen Ebenen, die der Künstler in seine Arbeiten eingezogen hat. Entsprechend vielschichtig sind auch die Beobachtungen, die diesem Phänomen Rechnung tragen: Es wird eine „Zeitfremdheit der Figuren“[1] attestiert und von einem „simultanen Geschehen“[2] gesprochen, das unter anderem durch die Zeitschichtung[3] verschiedener Zeitebenen[4] zustande kommt. Das „Gemenge von Zeit-Zitaten“[5] stürzt den Betrachter letztlich in einen Zeitstrudel.[6] Die Zeitqualität hat auch Konsequenzen für die Beschaffenheit des Ortes,[7] der aber wie die Zeit letztlich unbestimmbar bleibt.[8] Ungeachtet dieser Unbestimmbarkeit haben die Traumlandschaften aus der Vergangenheit, die antiquierte Modernität[9] Neo Rauchs ihre Wurzeln in der Erinnerung, im Blick durchs Heckfenster wie Thomas Wagner festgestellt hat.[10] Was sich dort wie in der Zeitlupe zeigt, dehnt sich bis zur „ewigen Wiederkehr“[11].


[1] Harald Kunde, „Die Ruhe vor dem Sturm. Imagination, Strategie und Personage im Werk von Neo Rauch“, in: Neo Rauch. Randgebiet, hrsg. von Klaus Werner, Ausst.-Kat. Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig; Haus der Kunst, München; Kunsthalle Zürich, Leipzig 2000, S. 33–37, hier 36.
[2] Ebd., S. 34.
[3] Christoph Tannert, „Ordnungsschema Baumkuchen“, in: Neo Rauch, Ausst.-Kat. Galerie der Stadt Backnang, Leipzig 1998, S. 3–10, hier S. 9.
4] Hubertus von Amelunxen, „Gestempelte Horizonte. Für Neo Rauch“, in: Leipzig 2000 (wie Anm. 1), S. 27–32, hier S. 30.
[5] Leipzig 2000 (wie Anm. 1), S. 33.
[6] Harald Kunde, „Flächendeckende Gefechte“, in: Neo Rauch. Manöver, Ausst.-Kat. Galerie EIGEN + ART, Leipzig 1997, S. 2–4, hier S. 2.
[7] „Durch den Filter einer leichten Zeitverschiebung betrachtet, evoziert diese Welt einen unbestimmten Ort oder einen Ort, an den man sich erinnert, auf den man auf den zweiten Blick gestoßen ist.“ Lynne Cooke, „Neo Rauch“, in: Neo Rauch, Ausst.-Kat. Bonnefantenmuseum Maastricht, Ostfildern-Ruit 2002, S. 8–9, hier S. 9.
[8] Daniel Birnbaum, „Neo Rauch & Der Teufelskreis“, in: Ostfildern-Ruit 2002 (wie Anm. 7), S. 12–13, hier S. 12.
[9] Vgl. ebd., S. 12.
[10] Vgl. Thomas Wagner, „Neo Rauch. Die Welt erscheint im Heckfenster“, in: ders., Freihändig. Wahrnehmungen in der Kunst, Ostfildern 2006, S. 101–105, hier S. 104.
[11] Ostfildern-Ruit 2002 (wie Anm. 8), S. 12.

Ausführliche Beschreibung