Nobuyoshi Araki

Ohne Titel (aus der Serie "Tokyo Novelle")

1995
Araki 1996 13 01 B1920pix 72dpi

© Nobuyoshi Araki

© Nobuyoshi Araki

Schwarzweissfotografie
143 x 107,5 cm (ohne Rahmen)
Ex. 1/2
Inv. 1996/13/01

Kurzbeschreibung

Der Titel der Serie Tokyo Novelle ist Programm: Araki betreibt seine täglichen Foto-Exkursionen im Mikro- und Makrokosmos Tokio als Ich-Erzähler: Zum einen begreift er Fotografie als eine Art Tagebuch, „eine Aufzeichnung dessen, was so von Tag zu Tag passiert.“[1] Zum anderen sind für ihn das Foto, die Kamera und das Geschehen in einem Foto eine Geschichte, wie auch jedes Foto für ihn mit einer Geschichte beginnt.[2] Dies gilt in besonderer Weise für seine Aktaufnahmen. Deren unabdingbare Voraussetzung ist der Dialog zwischen Modell und Fotograf: „Ich reproduziere in meinen Fotos den Raum und die Zeit zwischen meinem Modell und mir. [...] In den Stunden des Kennenlernens suche ich nach der Aura. Die Kamera ist dabei so eine Art Seismograf. […] Fotos, die meinen Ansprüchen genügen, entstehen nur, wenn die Modelle ein Teil von mir, ich ein Teil dieser Modelle geworden bin.“[3]



[1] Nobuyoshi Araki in: Nobuyoshi Araki – Larry Clark – Thomas Struth – Christopher Williams, Ausst.-Kat. Kunsthalle Basel, Basel 1996, o. S.

[2] Vgl. Nobuyoshi Araki in der Zeitschrift Is, Dez. 1988, zit. nach Michael Wetzel, „Jenseits des Lustprinzips. Neues von Araki“, in: Camera Austria, 62/63, 1998, S. 145–147.

[3] Nobuyoshi Araki, „Fotografieren ist Mord“ (Interview von Roland Hagenberg und Walter Vogl), in: Camera Austria, 45, 1993, S. 14–16, hier S. 16.

Ausführliche Beschreibung